9 Genossenschaftsbanken zogen noch positives Fazit

Cloppenburg (mt). Die neun Genossenschaftsbanken im Landkreis Cloppenburg (die Volksbanken Bösel Cloppenburg, Emstek, Essen, Cappeln,  Lastrup und Löningen, die Raiffeisenbanken Garrel und Scharrel, sowie die Spar- und Darlehenskasse Friesoythe) blicken auf ein positives erstes Halbjahr 2016 zurück. Der Halbjahresbericht wurde jetzt in Cloppenburg vorgestellt.

Das betreute Kundenvolumen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um knapp 2 Prozent auf nunmehr 4,3 Milliarden Euro. So konnten die Genossenschaftsbanken ihre Kundenkredite im ersten Haljahr erneut um 2,9 Prozent auf erstmals über zwei Milliarden Euro ausweiten.

Ein Hauptmotor waren die Kredite für den privaten und gewerlichen Bau sowie für den Kauf von Immobilien. Aber auch der landwirtschaftliche Bereich sowie mittelständische Investionen haben zum Wachstum beigetragen.

Dank einer guten Konjunktur mit hoher Konsum- und Investitionsbereitschaft bei einem insgesamt positiven Arbeitsmarkt habe sich der günstige Trend der Vorjahre fortgesetzt, betonte Jürgen Fuhler, Vorstandssprecher der Kreisarbeitsgemeinschaft.

Insgesamt rechnen die Banken für das Gesamtjahr mit einem zufriedenstellenden Ergebnis in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die rückläufigen Zinserträge aus dem Bestandsgeschäft können bislang durch ein überdurchschnittlich starkes Neugeschäft aufgefangen werden.

Die neun Genossenschaftsbanken im Landkreis beschäftigen über 440 Mitarbeiter und betreuen über 93.000 Kunden, von denen fast jeder zweite auch Mitglied ist.

"Während andere Geldhäuser zunehmen Filialen schließen, wollen wir weiterhin ein verlässlicher Partner vor Ort sein" sagte Fuhler und bezeichnete den Neubau der Hauptstelle der Raiffeisenbank in Scharrel als ein klares Bekenntnis zur Region.

Damit dies auch in Zukunft so bleiben könne, sei vor allem die Politik gefordert, so der Vorstandssprecher. "Nullzinsen oder die vielfach diskutierten Negativzinsen verunsichern Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen", sagte Fuhler. Sie würden zudem die dringend notwendigen Altersvorsorgungen der heute berufstätigen Generation belasten und die Anreize zur Verschuldung, sowohl der Unternehmen und der Privathaushalte als auch der Staaten, erhöhen.

Für die Genossenschaftsbanken bedeute das konkret, dass der riskante EZB-Kurs auf die Zinsmargen und damit auf das Ergebnis drückt. "Durch Wachstum und Kosteneffizienz konnten die Auswirkungen bislang noch gut abgefedert werden, dies wird in der Zukunft jedoch nicht mehr funktionieren". warnte Fuhler vor einer grundlegenden Fehlentwicklung.