Bodenständig auf Wachstumskurs

Volksbank Cloppenburg stellt Jahresabschluss vor

Fünf nach oben weisende Pfeile stehen für die Entwicklung der Volksbank Cloppenburg im vergangenen Jahr. Auf der Vertreterversammlung der Bank konnten Aufsichtsratschef Ludger Niehaus sowie die beiden Vorstände Jürgen Fuhler und Norbert Hauptvogel zum dritten Mal in Folge sowohl bei den Kunden- und Mitgliederzahlen als auch bei der Bilanzsumme, den Kundeneinlagen und dem Kreditgeschäft ein zum Teil deutliches Wachstum präsentieren. „2016 war ein gutes Jahr für die Volksbank Cloppenburg“ bilanzierte Fuhler einleitend, und Hauptvogel beschrieb die Cloppenburger Genossenschaftsbank im 121. Jahr ihres Bestehens als „bodenständig und erfolgreich auf Wachstumskurs“.

Besonders deutlich wurde das Wachstum beim Anstieg der Bilanzsumme, die um 6,5 Prozent zulegte und mit 420 Millionen Euro erstmals die 400-Millionen-Schwelle überstieg. Maßgeblich verantwortlich für diesen Anstieg war das Plus bei den Einlagen, also bei den Guthaben der Kunden auf Giro-, Spar- und Festgeldkonten. Trotz der nach wie vor niedrigen Zinsen verzeichnete die Bank 2016 hier einen Anstieg auf 293 Mio. Euro (+8,8 Prozent). Dabei, so erläuterte Hauptvogel, habe sich der schon in den Vorjahren erkennbare Trend weiter fortgesetzt: „Die Anleger vermeiden langfristige Geldanlagen und bevorzugen liquide und sichere Anlageformen, um gegebenenfalls flexibel auf wieder steigende Zinsen reagieren zu können.“

Auf der anderen Seite der Bilanz hatte die Volksbank Cloppenburg am 31. Dezember 2016 über 310 Millionen Euro an vergebenen Krediten stehen, knapp drei Prozent mehr als Ende 2015. Wachstumstreiber waren das Firmenkundengeschäft mit einem Schwerpunkt im Baubereich, doch auch vom Privatkundengeschäft gingen deutliche Wachstumsimpulse aus. Gemeinsam war allen Krediten ein, so Hauptvogel, „deutlicher Trend hin zu langfristigen Darlehen mit Zinsfestschreibung“, ausgelöst durch die nach wie vor niedrigen Kreditzinsen, die sich die Kunden für einen möglichst langen Zeitraum sichern wollen.

Unterm Strich erzielte die Volksbank auch 2016 trotz der schwierigen Ertragslage und der steigenden Ausgaben im Verwaltungsbereich einen Gewinn von über 650.000 Euro, der zu über 80 Prozent in die Rücklagen floss, um das für die Handlungsfähigkeit wichtige Eigenkapital der Bank zu stärken. Knapp 123.000 Euro werden als Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet, deren Anteile an der Bank damit wie auch im Vorjahr mit 6,4 Prozent verzinst werden.

Der Genossenschaftsverband Weser-Ems bescheinigt der Bank in seinem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk eine geordnete Vermögenslage, eine gute Eigenkapitalstruktur und -ausstattung sowie eine geordnete Finanz- und Liquiditätslage.

Herausforderung Niedrigzins
Bei ihrer Entwicklung profitierte die Bank 2016 auch vom anhaltenden Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft, wie Jürgen Fuhler bei der Betrachtung der Rahmenbedingungen erläuterte. So stieg das Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt um 1,9 Prozent, zudem sorgte der gesunkene Ölpreis für eine Entlastung auf der Kostenseite wie auch für freie Mittel bei den Konsumenten. So blieben die Konsumausgaben denn auch der zentrale Treiber für das Wirtschaftswachstum, während vom Außenhandel und den Investitionen wenig Impulse ausgingen.

Doch auch wenn diese Rahmenbedingungen sich im kommenden Jahr nicht wesentlich verändern sollten, haben die Banken doch einige Aufgaben zu bewältigen. Insbesondere die Niedrigzinspolitik der EZB und die wachsende Regulatorik stellen die Bank nach Aussage von Jürgen Fuhler vor große Herausforderungen. „Kleine und mittelgroße Banken in Deutschland erwarten bis 2019 einen Rückgang der Profitabilität um rund 25 Prozent“, zitierte der Bankvorstand aus einer Umfrage der Bundesbank und der BaFin. Für die Volksbank Cloppenburg bedeute dies, die Kostenstruktur weiter zu optimieren und alternative Ertragsquellen zu erschließen. Gleichzeitig gelte es, weiter in die Qualität der Beratung zu investieren, um für die Kunden auch bei anhaltendem Niedrigzins gute und individuell passende Anlageformen zu finden. Vor allem aber mahnte Fuhler ein Ende der Nullzinspolitik an. „Niedrige Zinsen allein führen nicht dazu, dass Unternehmen mehr investieren. Auch das ökonomische Umfeld muss stimmen“, so Fuhler. „Wo das billige Geld nicht für ökonomisch sinnvolle Zwecke eingesetzt werden kann, steigt die Gefahr von Spekulationsblasen.“

Bei der verschärften Bankenregulierung erinnerte Fuhler daran, dass diese eine Reaktion auf die Finanzkrise sei, die jedoch von den Volksbanken gar nicht verursacht worden war. „Erleichterungen bei der Regulierung von kleineren, regionalen Banken würden daher der Finanzstabilität ganz sicher nicht schaden“, gab Fuhler zu bedenken. „Sie würden uns aber mehr Luft verschaffen, damit wir uns auf die wesentlichen Themen der Beratung und der Kreditversorgung sowie auf geschäftspolitische Herausforderungen konzentrieren können.“

Keine Überraschungen gab es bei den Beschlussfassungen der Vertreterversammlung. Die Vertreterinnen und Vertreter beschlossen einstimmig die vom Vorstand vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses sowie die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Auch die Wiederwahl von Werner Timmen, dessen Amtszeit im Aufsichtsrat auslief, erfolgte einstimmig.