Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Bremen, Dr. Henning Scherf

Münsterländische Tageszeitung vom 30.09.2015

war auf Einladung der Volksbank zu Gast in Cloppenburg

Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Fuhler begrüßte Scherf vor 80 Besuchern.
Unter dem Motto „Grau ist bunt" berichtete Henning Scherf über seine persönlichen Erfahrungen rund um das Älterwerden. „Sie leben das vor, wovon andere reden", sagte Jürgen Fuhler in seinem Grußwort. Im ersten Teil seines Vortrages ging Henning Scherf auf das Altwerden ein. Eine älter werdende Gesellschaft sei auch eine Chance. Das Potenzial von alten Leuten sei sehr hoch. Als Beispiel nannte Scherf seine Mitgliedschaft in einem Männerchor. Hier singen gleich drei Generationen mit. „Es ist eine wunderbare Sache", sagte Scherf weiter. Nicht nur das Singen in einem Chor ist für Henning auch das Schreiben. Henning Scherf schreibt auf, was ihn früher und auch heute so bewegt. Weiter nutzt der ehemalige Bürgermeister viel die Möglichkeit, Grundschulen zu besuchen. „Kleine Kinder sind eine Therapiehilfe für Ältere. Sein Appell an die Besucher: „Zieht euch nicht zurück. Sucht die Anregung". Scherf nannte dazu ein Beispiel. Es gebe eine Untersuchung zu 841 älteren Menschen auf der Welt, die über 110 Jahre alt seien. Alle Personen hätten gemeinsam, dass sie beschäftigt und nicht alleine seien. Für Henning Scherf ist es wichtig, auch im fortgeschrittenen Alter eine Aufgabe zu haben. Die aktuelle Flüchtlingswelle sieht Scherf als Erfahrung und Chance. Die große Mehrheit der älte-ren Menschen will nicht in ein Pflegeheim, so Scherf  »Sie wollen zu Hause alt werden". Wie kann sowas geschafft werden? Es muss eine altersgerechte Wohnung geschaffen werden. Banken müssten eine Beratung für ältere Kunden einrichten. In Deutschland werden zudem 50 Prozent aller Wohnungen von einzelnen Personen bewohnt. „Das schreit doch nach Lösungen'', so Scherf. Seit 28 Jahren wohnt Henning Scherf mit seiner Frau und den Kindern in einer großen Wohngemeinschaft. So gibt es morgens ein gemeinsames Frühstück. Die „WG" hat nur ein Auto. Im hauseigenen Garten wird Gemüse angepflanzt und auch ein gemeinsamer Urlaub wind gemacht. Im Laufe der Jahre hat sich die Wohngemeinschaft verändert. Durch Krankheitsfälle von Mitbewohnern hat sich eine Pflegewohngemeinschaft entwickelt. Mittlerweile gibt es in Deutschland über 1000 Pflegewohngemeinschaften mit durchschnittlich zehn Personen. Pflegepersonal und Nachtwachen gehören dazu. „Wer sowas plant, sollte erst die Freunde finden, und dann die Fachleute'', sagte Henning Scherf am Ende seines Vortrages.