Grau ist Bunt

Henning Scherf spricht übers Altwerden

Der ehemalige Regierende Bürgermeister der Hansestadt Bremen beschäftigte sich angesichts des demografischen Wandels schon zu seiner aktiven Zeit als Politiker mit dem Altwerden und den daraus resultierenden Bedürfnissen an die Wohnsituation, das Wohnumfeld und die Betreuung. Die Generationenberater der Volksbank Cloppenburg eG hatten Dr. Henning Scherf für einen Vortrag zum Thema „Grau ist Bunt“ eingeladen.

Scherf berichtete vor rund 80 Zuhörern über seine persönlichen Erfahrungen in einer Mehrgenerationenwohngemeinschaft. Wichtig sei, so betonte Scherf, dass Menschen im Alter nicht alleine blieben, dass sie ihre Kreativität ausleben könnten und dass ihnen auch im fortgeschrittenen Alter Aufgaben zugetraut würden, damit ein strukturierter Tagesablauf entstehe.

Mit zunehmendem Alter ändern sich die Bedürfnisse und Anforderungen an bisherige Wohnungen und Wohnumfeld. Beides trägt aber auch zur Lebensqualität bei. Kommunen sind gefordert, sich diesem Thema noch mehr zu widmen. Scherf wies darauf hin, dass viele Senioren nicht in Pflegeheime wollen. Sie wünschen sich, zu Hause betreut zu werden. Ähnliche Netzwerke, wie vor Jahrzehnten noch in fast allen Familien vorhanden, müssten jetzt neu geschaffen werden, damit eine Betreuung in der vertrauten Umgebung möglich sei. Die Bevölkerung, so Scherf, werde immer älter und sollte dies als Geschenk sehen, doch gleichzeitig gebe es immer weniger Kinder. Somit seien dauerhaft neue Wohnmodelle, wie z. B. eine „Pflege-WG“, gefragt.